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Orgasmus – in der Vagina oder lieber dort wo es so schön kitzelt?

Zwischen klitoralem und vaginalem Orgasmus zu unterscheiden, ist gar nicht so leicht. Selbst die Wissenschaft hat da so ihre Probleme auch wenn wir jetzt schon einige Zeit an einer Erklärung arbeiten. Grundsätzlich kann man vielleicht sagen, dass die klitorale Variante einen klaren Fokus hat und sich alleine auf die Klitoris konzentriert (Daher der Name, mag man denken). Die Intensität, Dauer, Ausweitung und das “Danach” fühlen sich jedoch unterschiedlich an und können je nach Bericht von geringen Abweichungen bis hin zu ekstatisch eklatanten Unterschieden schwanken. Viele Frauen beschreiben einen klitoralen Höhepunkt als einen intensiven, kurzen und scharfen “Höhepunkt”, gefolgt von einem schnellen Abebben von Lust, Erregung und Interesse. Wie stark können Frauen den Unterschied empfinden und wie zeigt sich der Unterschied oder warum entsteht er? Ist Orgasmus nicht gleich Orgasmus? Interessante Fragen oder Nonsens?

Klitoraler Orgasmus vs. Vaginaler Orgasmus

Fangen wir mal ganz einfach an: erinnere dich an das letzte Mal, als du masturbiert hast. Hast du dabei deine Finger oder einen Vibrator benutzt und viel mehr noch die Frage, hast du sich dabei sehr auf die Klitoris konzentriert? Erinnerst du dich an einen schnellen Aufbau von Lust und dann, als der Höhepunkt kam, das intensive Vergnügen und die rhythmischen Kontraktionen der vaginalen, analen und / oder Beckenbodenmuskulatur? Vielleicht empfandest du Freude, Erleichterung, Euphorie? Oder eher nur Erleichterung. Hast du die Erleichterung und das Glücksgefühl auf einer tieferen Ebene verspürt oder war es mehr oberflächlich?

Der klitorale Orgasmus

Der Aufbau ist normalerweise ziemlich schnell – einige Frauen können einen klitoralen Orgasmus in einer Minute oder zwei erreichen, und der Höhepunkt selbst ist kurz, dauert gemäß einiger Studien ca. 10-30 Sekunden. Der Orgasmus ist angenehm, aber das Vergnügen fühlt sich irgendwie flach an. Die Empfindungen, das Vergnügen und die kleine Explosion sind hauptsächlich im Genitalbereich konzentriert. Während der wenigen Sekunden gibt es ein gewisses Gefühl des Loslassens und Losgelöstseins, aber es ist mehr wie eine Anstrengung etwas loszuwerden, anstatt etwas entgegenzusteuern oder einen Punkt zu erreichen.

Gleich nach dem Höhepunkt hast du das Gefühl, einen kleinen Erfolg erreicht zu haben, eine Sache kann “abgehakt werden” und du kannst dich weiteren “Aufgaben” zuwenden. Und das ist ja auch nicht falsch, manchmal braucht man eben kaum etwas so sehr wie einen klitzekleinen Kick und muss dem Gefühl des Verlangens Abhilfe schaffen.

Die Klitoris wird nach dem Orgasmus hypersensitiv und jede Berührung fühlt sich so an, als sei es zuviel, du musst möglicherweise ein paar Minuten oder manchmal sogar Stunden warten, bevor  klitorale Stimulierung erneut möglich ist (Falls dir denn danach ist).

Doch es gibt Berichte von Frauen aus Studien die sagen, ihnen fehlt nach einem klitoralen Orgasmus oft die Befriedigung “auf einer tieferen Ebene”. Manche Frauen fühlen sich eher nur ein wenig erschöpft, unerfüllt, manchmal sogar leicht deprimiert. Ist man mit einem Partner zusammen, wenn man diesen erlebt, wird sich der Orgasmus wie “Meine persönliche Sache” anfühlen und man kann das Interesse daran verlieren, mit dem Partner zusammen zu sein. Ist das was dran oder haben Männer diesen Mythos in die Welt gesetzt, damit wir unseren Spaß nicht alleine haben können?

Der klitorale Orgasmus ein “männlicher” Orgasmus?

Warum ist der Orgasmus so kurz und präzise? Warum fühlt sich dein Kitzler in einem Moment angenehm und im nächsten Moment hyperempfindlich an? Warum fühlst du dich etwas unzufrieden?

Ein Klitoris-Höhepunkt ist dem Ejakulations-Höhepunkt eines Mannes ähnlich: Ein Mann wird schnell erregt, sein Orgasmus ist kurz (sogar kürzer als der klitorale Höhepunkt einer Frau), und er tritt sofort in die Rückzugsphase ein, verliert seine Erektion und zumindest einen Teil seines Interesses an seinem Partner. Einschlafen ist daher auch nicht ungewöhnlich. (Also nicht allzu sehr ärgern …)

Nun zum vaginalen Orgasmus

Es gibt noch eine andere Art von Höhepunkt – einen vaginalen Höhepunkt -, der hauptsächlich durch die Stimulation des G-Punktes und/oder des Gebärmutterhalses und der tiefen Wände der Vagina verursacht wird. Wenn du einen vaginalen Orgasmus hast, fühlt es sich anders an. Der Aufbau ist langsamer – du brauchst mehr Zeit, um erregt zu werden, mehr Zeit für die Stimulation der Vagina. Der Orgasmus kommt nicht so sehr aus der  Anstrengung einen Höhepunkt zu erreichen, sondern aus Vertrauen, Hingabe und Fluss der Bewegungen.

Das Lustgefühl fühlt sich intensiver, aber “voller” und “breiter” an, mit mehr Tiefe und Bedeutung, ein wahrhaft buntes und intensives Gefühl. Erlebt man einen vaginalen Höhepunkt mit einem Partner, dann fühlt es sich so ein wenig wie “unser Ding” an, der Höhepunkt ist eine gemeinschaftliche Sache.

Wollen wir beide Arten Orgasmus?

Sollte man die beiden gegeneinander abwägen oder haben beide ihren Platz in unserem Leben? Selbstverständlich ist für beide Platz! Viele Frauen haben noch nicht einmal die Wahl, bei ihnen funktioniert nur eine Variante.

Die Klitoris ist leicht zu finden, leicht zu erregen, und leicht zur Explosion zu führen. Wir benötigen nur die richtige Situation und ein paar Minuten freie Zeit.

Im Vergleich ist ein vaginaler Orgasmus ein wenig komplexer zu erleben, es erfordert viel mehr Offenheit, Bereitschaft und Hingabe auf der Teil der Frau, Geduld, Erfahrung und Beharrlichkeit ihres Partners, und verschiedene situative Bedingungen.

Klitorale Orgasmen sind nicht schlecht oder schlechter als eine vaginale Variante. Wer das Glück hat, beide erleben zu können, der soll bloß nicht einen davon fallen lassen, sondern sich beiden mit Hingabe widmen. (Übrigens gibt es mehr als zwei Arten … doch dazu mehr in einem anderen Artikel)

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